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Zuckerschnecke
Mitglied

Deutschland
8 Beiträge

Erstellt am: 30.01.2010 :  17:52:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

ich bin ganz neu hier im Forum, habe mich schon durch etliche Beiträge gelesen und habe nun eine Frage.
Nach einer sehr gründlichen Therapeutenausbildung habe ich letztes Jahr eine Zusatzausbildung in Hypnose gemacht. War nicht umwerfend, mit ausreichend Hintergrundwissen und der entsprechenden Literatur allerdings akzeptabel.

Erfahrung in diesem Gebiet habe ich in erster Linie mit Raucherentwöhnung und Tiefenentspannung.

Zu meiner Frage:
Nächste Woche kommt eine Patientin zu mir, die von Angstzuständen und "allgemeiner Erfolglosigkeit" (Zitat) geplagt wird.

Mein Mann (Therapeut seit 20 Jahren) meinte nun, dass man mit dieser Frau gleich eine Trance-Rückführung zum Auslöser ihrer Probleme machen, diesen Moment einige Male emotional durchleben lassen sollte und damit dann auflösen könne.
Er ist mit seiner Methode der Rückführung sehr erfolgreich und hält dies für die einzig wahre Therapieform.

Wobei ich mich frage, wenn jemand Angstzustände hat - so aus "heiterem Himmel" -, dann hat das sicherlich eine tiefere Ursache. Besteht da nicht auch die Gefahr der Retraumatisierung?
Und wäre es nicht besser, erst mal die Angst selber etwas zu reduzieren und sich dem eigentlichen Thema eher vorsichtig zu nähern? (Außerdem fehlt mir schlicht die Erfahrung, um mich selbstbewusst auf's eventuelle Glatteis zu wagen)

Ich bin da etwas ratlos und überlege schon, die ersten Sitzungen völlig im Bereich der Gesprächstherapie und systemischen Arbeit anzusiedeln.

Was habt Ihr denn für Erfahrungen mit dem Thema "Rückführungen" gemacht?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße,

Katja



Das Einzige, was uns von einer Irrenanstalt unterscheidet, ist die Telefonnummer!

Miraculus
Mitglied

Deutschland
2573 Beiträge

Erstellt  am: 30.01.2010 :  21:37:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,

grüße Dich.
Vllt. werden Dir noch andere antworten, aber ich fange mal an.
Leider habe ich nicht viel Erfahrung mit dieser Methode und therapeutischet (bzw. beartender/helfender) Hypnose, also stützen sich meine Aussagen wesentlich auf Erfahrungen anderer.


Zitat:
Wobei ich mich frage, wenn jemand Angstzustände hat - so aus "heiterem Himmel" -, dann hat das sicherlich eine tiefere Ursache.

Das denke ich auch, und das ist ja eigentlich genau der Sinn der Regression - die Ursachen aufzudecken und abzuarbeiten.

Zitat:
Besteht da nicht auch die Gefahr der Retraumatisierung?


Gewöhnlich werden vor der eigentlichen Regression positive Erlebnisse und Ressourcen zugänglich gemacht, und manche verankern auch sicherheitshalber einen "Ruheort", zu dem sich der Patient notfalls zurückziehen kann.

Außerdem wird oftmals eine Dissoziation erzeugt, so daß der Patient/Klient nicht einfach die volle Wucht eines traumatischen Momentes erleben muß.

Es gibt etliche Therapeuten, die gleich bei der ersten Sitzung einen Hypnoanalyse machen, auch bei ernsteren Angststörungen.

Zitat:
(Außerdem fehlt mir schlicht die Erfahrung, um mich selbstbewusst auf's eventuelle Glatteis zu wagen)

Ich bin da etwas ratlos und überlege schon, die ersten Sitzungen völlig im Bereich der Gesprächstherapie und systemischen Arbeit anzusiedeln.


Mein Rat wäre aufgrund Deiner Bedenken, zuerst einmal "langsamer" ranzugehen, um so besser die Patientin kennenzulernen, ihre Problematik abschätzen zu können, und wie Du schreibst, die Angst reduzieren zu können. Außerdem besteht dann schon ein besserer Rapport.
Du kannst dann immer noch entscheiden, ob eine Regression sinnvoll ist.

Du kannst allerdings auch mit Hypnose im engeren Sinne auf andere Weise arbeiten als durch Regression. Du kannst die Patientin z.B. fragen, wie die Angst aussähe, wenn sie eine Gestalt hätte und von dort aus weitermachen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann man sich mit einer gewissen Vorsicht an das Problem herantasten.

So wie ich Dich verstehe 8korrigiere mich ggf.), hast Du Dich mit dem Thema Hypnose, jedoch nicht spzeiell Hypnoanalyse/ Regression intensiv beschäftigt. Vielleicht wäre es sinnvoll, dies zu tun, bevor Du damit schwierige Fälle behandelst, damit Du Dich da sicherer fühlen kannst.
Übrigens gibt es auch einige gute Beuträge zu dem Thema hier, ich glaube die meisten von HorstSB.


Ich hoffe, Dir nicht zu nahe zu treten, aber da Dein Mann sehr erfahren mit der Hypnoanalyse ist und als langjährier Therapeut sicher auch Erfahrung mit Angststörungen aller Art hat, was meint denn er zu dem anstehenden Fall?

LG Miraculus

Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler)
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Zuckerschnecke
Mitglied

Deutschland
8 Beiträge

Erstellt  am: 31.01.2010 :  12:13:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

vielen Dank für die Antwort.

Das Letzte zuerst - mein Mann geht grundsätzlich davon aus, dass man mit Regression alles "reparieren" kann, egal was es ist. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Ich habe "seine" Methode vor etlichen Jahren von ihm gelernt und auch einige Sitzungen damit gemacht. Einer der Gründe für die Hypnoseausbildung war eben auch, Regressionen (auf meine eigene Art) machen zu können.
Allerdings stelle ich jetzt fest, dass es neben einem "alleswissenden, alleskönnenden" Partner gar nicht so leicht ist, den eigenen Stil zu finden - und es auch mit dem Selbstbewusstsein etwas hapert...

Aber vielleicht werde ich dann in der ersten Sitzung (telefonisches Vorgespräch hatten wir schon) erst mal einen sicheren Ort schaffen, um so Vertrauen für die tiefere Arbeit aufzubauen.

Mein Mann arbeitet sehr viel mit Licht und Energien - auch da möchte ich noch eine "esoterikfreie" Entsprechung finden.

Dann mache ich mich jetzt mal auf Beitragssuche. Danke für den Hinweis.

Viele Grüße,

Katja

Das Einzige, was uns von einer Irrenanstalt unterscheidet, ist die Telefonnummer!
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cbjohz
Mitglied

Deutschland
91 Beiträge

Erstellt  am: 31.01.2010 :  14:46:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,
ich würde am Anfang hilfreiche Ressourcen als selbst-kalibrierenden Anker setzen, dann dissozieirt in die Situation eintauchen, wenn Dein Patient einverstanden ist, unter Aktivierung des Ressourcen-Ankers assoziert die Situation erleben lassen.

Vielleicht weiß Dein Patient ja auch,welche Fähigkeiten / Ressourcen er in dieser Situation benötigt. Wobei Glück und Geborgenheit würde ich immer mit dazunehmen.

Ich finde es gut, wenn Du Dir Techniken von Deinem Mann "klaust" und auf Dich adaptierst. Denn dann kannst Du authentisch arbeiten und bis bestimmt genauso gut wie Dein Mann.

Viele Grüße
Christa
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master01
Mitglied

Deutschland
202 Beiträge

Erstellt  am: 01.02.2010 :  13:01:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zuckerschnecke,

Regression/Reinkarnation ist sehr gut geeignet für die Ursachenforschung und lösen der Ursache. Welche Erfahrung bzw.Ausbildung hast Du im Bereich Rückführung? Denn die Rückführungstherapie ist nicht ohne! Man sollte in diesem Bereich schon Ausgebildet sein.



Gruß Mr.Hypnotic
Zertifizierter Hypno-Master

Bearbeitet von: master01 am: 01.02.2010 13:02:21 Uhr
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Zuckerschnecke
Mitglied

Deutschland
8 Beiträge

Erstellt  am: 05.02.2010 :  18:30:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Meine Ausbildung?

Ich habe vor 12 Jahren eine Grundausbildung bei meinem Mann gemacht - er selber arbeitet seit über 20 Jahren mit Regressionen und hat inzwischen seine eigene Technik entwickelt.
Ich habe viel Erfahrung mit Patienten in der Vor- und Nachbereitungsphase, aufgrund unserer Familienplanung ist meine "Regressionserfahrung" jedoch eher spärlich.
Allerdings habe ich eine sehr fundierte psychotherapeutische Ausbildung, habe mich intensiv mit dem Thema Trauma und Retraumatisierung beschäftigt - was übrigens immer wieder zu kommunikativen Problemen mit meinem Mann führt .
Nur nebenher: ich bin ursprüngl. med. Masseurin und hatte nach meiner "Pflichtzeit" einige Jahre eine eigene Praxis - bis halt die Kids kamen. Schon damals habe ich mit Trance- und Fantasiereisen experimentiert - immer mit direktem Feedback der Patienten. Aber da ich zur Vorsicht neige, sind wir nie besonders tief eingestiegen.

Ja, soviel dazu. Ist nicht viel, aber zum Arbeiten sollte es reichen.
Mein Problem besteht vor allem darin, dass ich nicht ganz so arbeiten möchte, wie es mein Mann macht und sozusagen "im Stillen" meinen eigenen Weg finden muss und möchte. Ist aber nicht so leicht, wenn man sich fachlich nicht austauschen kann.

Außerdem ist es nicht einfach, Patienten zu finden, die NICHT zu meinem Mann möchten, sondern akzeptieren, dass die Blondine mehr kann, als nur ein Telefon und einen Terminkalender zu bedienen ... Aber ich bin sicher, das findet sich schon.

Von daher bin ich sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben.

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Miraculus
Mitglied

Deutschland
2573 Beiträge

Erstellt  am: 06.02.2010 :  17:35:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,

Du wirst sicher Deinen eigenen Stil finden. Ich denke wichtig ist, daß Du Dir die Zeit und Ruhe nimmst, um auszuprobieren, was Dir liegt.
Wahrscheinlich kommst Du dann schneller ans Ziel als Du glauben würdest.

Es gibt ja viele interessante Techniken, auch außerhalb der Regressionstherapie.
Beispielsweise Teilemediation, Techniken der Gestalt-Therapie, oder auch "Ericksonschen Techniken" wie die Arbeit mit Metaphern.

Ein neuerer Ansatz ist auch die sog. Zauberwiesentherapie. Dazu gibt es auch gute Online-Bücher, die ich aber leider im Moment nicht finde.

Letztlich ist ein ganz wichtiger Aspekt auch, daß man eine "brücke" zum Klienten7atienten herstellen kann, so daß er sich "öffnen" und "loslassen" kann, egal mit welcher Technik.

LG Miraculus

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HorstSB
Forum Admin

Deutschland
12469 Beiträge

Erstellt  am: 08.02.2010 :  22:58:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,
Du hast ja schon einige Antworten und einige sehr, sehr nützliche Hinweise bekommen.

Damit Du hier im Forum bei deiner „Beitragssuche“ nicht so oft vor verschlossenen Türen stehst, habe ich dich eben auch für das Forum „Hypnose, Technik, Anwendung“ frei geschaltet. Dort sind sicher sehr gute Anregungen zu finden.

Wenn Du weitere konkrete Fragen hast, kannst Du sie hier – oder am Ende eines bereits bestehenden, geeigneten Beitrags stellen.

Zitat:
Das Letzte zuerst - mein Mann geht grundsätzlich davon aus, dass man mit Regression alles "reparieren" kann, egal was es ist. Der Erfolg gibt ihm Recht.
Ja, fast alles.

Regressionen sind geradezu genial und einmalig, wenn es um die Analyse geht. Viele Patienten kennen die Ursachen für ihre momentanen Probleme „ganz genau“. Sie sind zumindest fest davon überzeugt. Aber nicht selten stellt sich während der Regression ganz schnell heraus, dass die tatsächlichen Ursachen ganz andere sind.

Regression bietet mehr an als nur „reparieren“. Beim Reparieren akzeptiert man ja zuerst den Schaden um ihn dann ggf. „auszubeulen“. Die Regression bietet aber an, zu dem Moment der Entstehung des „Schadens“ zurückzugehen (oder auch davor) und die ursprünglichen Ursachen zur Entstehung des Schadens derer Art therapeutisch zu begleiten, dass erst gar kein Schaden auftritt.

Anders als bei allen anderen Therapieformen, befindet sich der Klient/Patient während der Reinkarnation aktuell im (damaligen) Geschehen. Die damals gespeicherten Engramme sind dem UB aktuell präsent, stehen damit im Vordergrund und können quasi „verändert zurück geschrieben“ werden. Tatsächlich wird Erlebtes nie verändert, sondern dem Erlebten werden Korrekturen zur Seite gestellt.

Umso näher (zeitlich und emotional) diese Korrekturen stattfinden, umso wirkungsvoller sind diese!

Diese Möglichkeit bietet – liegt ein Ereignis schon etwas zurück - nur die Regression.

Während der Klient/Patient die Ursache für spätere Probleme assoziiert oder dissoziiert (wieder)erlebt, kann und sollte der Therapeut das UB des Klienten/Patienten dazu anregen, eigene, neue Aspekte und Betrachtungsweisen in die Situation mit einfließen zu lassen (reframing). Dabei kann der Klient auch Erfahrungen einbringen, die er erst sehr viel später in seinem Leben gemacht hat. Das UB ist durchaus in der Lage, einen gewissen Moment (intensiv) zu erleben (bzw. erleben zu lassen) und gleichzeitig Wissen und nützliche Erkenntnisse aus anderen Lebensabschnitten in die Betrachtung mit einzubringen.* Auch der Therapeut kann und sollte seinem Klienten eigene, Anregungen und Vorschläge (z. B. auch in Form von Metaphern etc.) zur Verfügung stellen. Er sollte sich aber stets zurückhalten, einfach seine Sichtweise zu suggerieren.

Therapeutische Begleitung bedeutet nicht, das Erlebte nur wiedererleben zu lassen. Ein mehrfaches Wiedererleben – ohne Aufarbeitung – ist nicht zu empfehlen, weil das Resultat offen ist! Psychische- o. auch psychosomatische Störungen können sich ohne Aufarbeitung nicht nur auflösen, sondern auch festigen o. verstärken.

Für deinen Start wünsche ich dir viel Erfolg!

Lieben Gruß
Horst

*) Der Therapeut sollte seinen Klienten auf diese Möglichkeit hinweisen und dabei behilflich sein, sich in den verschiedenen Zeiten zurechtzufinden.

Wir empfehlen folgende Hypnosebücher
Sehr hilfreiche, gesamte Themenübersicht aller Foren.

E-Mail: forum•alpha-saar.de (Bitte den • durch @ ersetzen!)
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adlerian
Mitglied

Deutschland
47 Beiträge

Erstellt  am: 09.02.2010 :  12:02:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zuckerschnecke,

es ist gut, dass Du beim Thema Trauma so sensibel bist. Denn eine - wie auch immer geartete - Begegnung mit einem Trauma hat immer ein Risiko-Potenzial. Das gilt besonders, wenn das traumatische Erleben teilweise oder ganz ins Unbewusste verdrängt, also abgekapselt wurde. Das ist ja auch ein Sicherheitsmechanismus der Seele.

Also im Zweifel: Lieber langsam, lieber nicht so tief.

Falls Du es nicht kennst: Es gibt ein gutes Buch von Luise Reddemann zum Umgang mit Traumafolgen: "Imagination als heilsame Kraft". Da findest Du viel, was in diesem Zusammenhang hilfreich ist.

LG Adlerian

„Es kommt nicht so sehr darauf an, was einer mitbringt, sondern was er daraus macht!“ (Alfred Adler)
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nightreader
Mitglied

Österreich
199 Beiträge

Erstellt  am: 10.02.2010 :  07:55:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zuckerschnecke! Wie Du schon sagst, die Traumatisierung scheint DIR Angst zu machen.
Manchmal ist das eigene Thema plötzlich da und hindert an einem vourteilsfreuen Vorgehen bei einem Klienten. Mein Rat (ist bitte nur eine Vermutung), - schau, ob Du Themen in diesem Bereich hast, die Dich daran hindern, vorurteilsfrei an das Klientenproblem heranzugehen.
Alles Gute und - NUR MUT! - Ist ja nicht Dein Trauma

Take Care
Erich
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Zuckerschnecke
Mitglied

Deutschland
8 Beiträge

Erstellt  am: 10.02.2010 :  09:24:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Erst mal vielen, vielen Dank für Eure Unterstützung! Ich habe mich schon fleißig durch unendlich viele Beiträge gelesen ! Und so langsam komme ich auch in die (therapeutischen) Gänge.

Was die Sache mit dem Trauma anbelangt: ich hatte während meiner Psychotherapieausbildung mehrmals den Fall, dass ich als "stille Zuschauerin" gesehen habe, wie schnell jemand in alte, angeblich aufgearbeitete Traumen abgerutscht ist. Die Hilflosigkeit sowohl beim Patienten, als auch beim Therapeuten kann in solchen Fällen wirklich enorm sein. Es waren stets etliche Folgegespräche notwendig, um das wieder ins Lot zu bringen.

Meine eigenen Traumen habe ich in vielen, vielen, viiiielen Eigentherapiestunden eigentlich recht gut aufgearbeitet - wobei man vor Überraschungen in der Arbeit mit anderen Menschen sicherlich nicht gefeit ist ...

Liebe Grüße, Katja

Das Einzige, was uns von einer Irrenanstalt unterscheidet, ist die Telefonnummer!
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adlerian
Mitglied

Deutschland
47 Beiträge

Erstellt  am: 10.02.2010 :  10:14:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Liebe Katja,

genau deshalb: Langsam. Und gerade beim Thema Trauma gilt der Satz, den ich kürzlich las. Er lautete etwa so: Tue nichts mit Hypnose, was Du ohne nicht auch beherrschst.

Reddemann geht soweit, dass sie bei der Therapie von Trauma auf Tiefentspannung weitgehend verzichtet. Ihr Ziel: Erfolg, aber so dass es für den Ratsuchenden so erträglich wie möglich bleibt. Hier bietet die moderne Trauma-Therapie mit Bildschirmtechnik, Sicherem Ort und anderen Distanzierungstechniken viele Möglichkeiten. Formen der Tiefentspannung können dabei nach meiner Erfahrung sehr hilfreich sein.

LG Adlerian

„Es kommt nicht so sehr darauf an, was einer mitbringt, sondern was er daraus macht!“ (Alfred Adler)
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Miraculus
Mitglied

Deutschland
2573 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2010 :  19:40:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zuckerschnecke,

auf der anderen Seite ist es während einer Hypnose sicherlich einfacher, ein Trauma "aufzufabngen" als während einer rein kognitiven Therapie.
Und: Wenn man das Trauma mit entsprechnden Vorbereitungen angeht, ist es sicher leichter zu "kontrollieren", als wenn man versehentlich reinschlittert.

lG Miraculus

Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler)
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adlerian
Mitglied

Deutschland
47 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2010 :  20:32:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Miraculus,

da stimme ich Dir - trotz meiner Stimme der Vorsicht - je nach Situation zu. Gerade die imaginative Arbeit bietet in diesem Zusammenhang große Chancen. Aber nicht, wenn man einfach mal forsch drauflos marschiert.

Ich selber arbeite in diesem Zusammenhang auch mit Tiefentspannung und bin letztlich auf diesem Weg auch in dieses Forum gekommen.

LG adlerian

„Es kommt nicht so sehr darauf an, was einer mitbringt, sondern was er daraus macht!“ (Alfred Adler)
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adlerian
Mitglied

Deutschland
47 Beiträge

Erstellt  am: 23.03.2010 :  15:06:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

ergänzend möchte ich zum Thema Trauma noch auf das Buch "Trauma und Krise bewältigen" von Christa Diegelmann hinweisen, das 2007 erschienen ist. Es beschreibt sehr gut die psychologischen und neurologischen Vorgänge und bietet mit CIPBS eine Methode, die sich nicht nur bei Traumatisierten sehr gut zur emotionalen Bewältigung von negativen Erfahrungen einsetzen lässt. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.

LG adlerian

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cbjohz
Mitglied

Deutschland
91 Beiträge

Erstellt  am: 24.03.2010 :  20:29:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,
ich stimme adleria zu, dass zu forsches "Drauflosmaschieren" kontraproduktiv ist. Und gleichzeitig ist es wichtig, dass Du als Therapeutin Selbstsicher bist und das auch ausstrahlst. Egal was passiert, Du hast die Situation im Griff - das spürt Dein Klient und wird sich auch sicher fühlen. Und auch, wenn es heftiger wird als erwartet - Du bist da, er kann sich auf Dich verlassen.

Also, wenn Du die Methodik beherrscht und Dich gut auf Deine Intuition und Deine Beobachtungsgabe verlassen kannst, dann hast Du jedes Recht selbstsicher zu sein.

Und ich habe von Dir den Eindruck, das Du sehr verantwortungsvoll mit Deiner Arbeit und Deinen Klienten umgehst.


Viele Grüße
Christa
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adlerian
Mitglied

Deutschland
47 Beiträge

Erstellt  am: 25.03.2010 :  22:27:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,
Zitat:
Original erstellt von: cbjohz

Und gleichzeitig ist es wichtig, dass Du als Therapeutin Selbstsicher bist und das auch ausstrahlst. Egal was passiert, Du hast die Situation im Griff - das spürt Dein Klient und wird sich auch sicher fühlen. Und auch, wenn es heftiger wird als erwartet - Du bist da, er kann sich auf Dich verlassen.


Das halte ich auch für einen sehr wichtigen Punkt. Eine gute Super- oder Intervision speziell unter Berücksichtigung von Traumaarbeit kann dabei sehr hilfreich sein.

LG adlerian

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Zuckerschnecke
Mitglied

Deutschland
8 Beiträge

Erstellt  am: 26.03.2010 :  10:47:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe inzwischen ein relativ klares Vorgehen für mich bei bestimmten Pat. erarbeitet. Ich beginne in der ersten Stunde (Erstgespräch) mit einer allgemeinen Entspannungshypnose - um denjenigen erst mal auf das "Gefühl Hypnose" einzustimmen. In der Folgestunde - wenn es angebracht ist - installiere ich dann den sicheren Platz, bei Bedarf mit Krafttier/-wesen. Und erst danach geht's dann an die Ursachenforschung. Auch da habe ich inzwischen zwei "Softvarianten" erarbeitet und auch beide schon erfolgreich ausprobiert. Die "Hardcoremethode: rein und durch" liegt mir nicht - daher wird sie wohl auch eher nicht zur Anwendung kommen (vielleicht in 5 Jahren oder so ...)

Als nächstes möchte ich das mit den ideomotorischen Fingerzeichen mal ausprobieren - sobald ich ein geeignetes Opfer (normalneurotisch *hihi*) gefunden habe.

Supervision ist klar - mache ich alle halbe Jahr, bei Bedarf auch mal zwischendurch - und außerdem habe ich ja Euch!

LG, Katja

Das Einzige, was uns von einer Irrenanstalt unterscheidet, ist die Telefonnummer!
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adlerian
Mitglied

Deutschland
47 Beiträge

Erstellt  am: 26.03.2010 :  11:42:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Katja,

das kling richtig gut.

An Deinen Erfahrungen mit ideomotorischen Fingerzeichen bin ich sehr interessiert. Das gehört für mich zu den Methoden, die ich schon lange aus der Literatur kenne, aber bis jetzt noch nicht eingesetzt habe. Und da für mich die analytische Arbeit (vor allen unter individual-psychologischen Vorzeichen) sehr wichtig ist, könnte das noch ein zusätzlicher Schlüssel zum Verständnis unbewusster Einstellungen und Handlungsmuster sein.

LG adlerian

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