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 Suggestibilität vs. Manipulierbarkeit
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Miraculus
Mitglied

Deutschland
2573 Beiträge

Erstellt am: 15.01.2010 :  16:46:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

immer wieder werden im zusammenhang mit Hypnose auch Beispiele von Beeinflußbarkeit allgemein genannt. Also Dinge, die man je nach unter "Alltagssuggestibilität", Gehorsam, Manipulierbarkeit und positiv "Kooperationsbereitschaft" subsumieren könnte.

Oft wird diese "Beeinflußbarkeit" mit der Suggestibilität in der Hypnose zusammengeworfen, und es wird kein Unterschied zwischen den beiden Phänoemenen gemacht.

Sicherlich kann das eine für das andere bedeutsam sein, aber es scheint mir wichtig, doch einen Unterschied zu machen zwischen (hyopnotischer) Suggestibilität einerseits und andererseits Kooperationsbereitschaft und "Manipulierbarkeit".

Wenn jemand beispielsweise leicht durch Werbung zu beeinflussen oder sonst gut zu manipulieren ist, oder auch einfach bereit ist, den Ideen anderer zu folgen, dann muß er noch nicht leicht zu hypnotisieren sein.
Umgekehrt ist nicht jeder, der gut "manipulierbar", gehorsamsbereit oder auch einfach kooperationsbereit ist, automatisch ein "gutes" hypnotisches Subjekt.

Man sollte m.E. zwei Gruppen von Suggestionsarten bzw. Suggestibilität unterscheiden:


a) Die Bereitschaft, "mitzmachen" und den Ideen anderer zu folgen, oder in "negativer" Form: "Leichtgläubigkeit", Beeinflußbarkeit, Manipulierbarkeit.

All das hat mit Hypnose erst einmal nichts zu tun, sondern mit "Alltagssugegtsion".


b) Hypnotische und "imaginative" Suggestibilität:
Die Fähigkeit auf Suggestionen zu reagieren, die man typischerweise in der Hypnose findet, egal ob diese unter Hypnosebedingungen oder bei einem "Imaginationsexperiment" gegeben werden.
Hierzu gehören beispielsweise Phänomene wie ideomotorische Reaktionen, Halluzinationen, Altersregression, posthypnotische Amnesie usw.

Gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen, oder ist diese Trennung willkürlich?

Ich denke, es gibt einen sehr wichtigen Unterschied, auf den zurecht vverwiesen wird, und zwar den, daß hypnotische und "imaginative" Suggestionen Dinge betreffen, die nicht allgemein voll der willkürlichen Kontrolle unterliegen.

Es ist (unter normalen Bedinungen) leicht, sich beeinflussen zu lassen und einer normalen Aufforderung nachzukommen.
Wenn man jemanden bittet, seine Hand zu heben, ist das normalerwiese für diese Person einfach, wenn sie möchte.

Hypnotische Phänomene sind anders: Nicht jeder Mensch kann sofort eine "richtige" Levitation erleben, eine Zahl vergessen, oder den Geschmack von Schokolade halluzinieren.

Da sind also noch andere Faktoren als "Kooperation" dabei.
Und gibt es wohl sogar eine Reihe von verschiedenen relevanten Fähigkeiten, die für das Erleben von Suggestivphänomenen von Bedeutuung sind, je nach Art der Suggestion.

Wesentlich scheinen dabei Eigenschaften wie Imaginationsfähigkeit und Dissoziationsfähigkeit zu sein.

Ob nun "hypnosetypische" Suggestionen während einer Hypnose oder eines Wachsuggestionstests oder Imaginationstests gegeben werden, erscheint mir als zweitrangig.

Der Unterschied zwischen "hypnotischen" (bzw. "imagnativen") und Alltagssuggestionen halte ich dagegen für sehr wichtig:
Menschen, die leicht hypnotisierbar sind, scheinen zwar (im Durchschnitt) eher offen für neue Erfahrungen zu sein als andere, und (zumindest eine unterbewußte) Kooperationsbereitschaft ist für die Hypnose sicher wichtig.

Aber Kooperativität (oder gar "Gehorsam") ist nicht dasselbe wie hypnotische bzw. imaginative Suggetsibilität.
Auch ist die Beeinflussung und Manipulation im Alltag m.E. etwas wesentlich anderes als die Beeinflussung durch eine hypnotische Suggestion.

LG Miraculus

Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler)

Bearbeitet von: Miraculus am: 13.02.2010 18:06:57 Uhr

Miraculus
Mitglied

Deutschland
2573 Beiträge

Erstellt  am: 13.02.2010 :  18:07:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Und noch ein Nachtrag:

Experimente sprechen dagegen, daß "hypnotisch" suggestible Menschen willensschwache Personen sind, die sich z.B. leicht beeinflussen und von ihrer Meinung abbringen lassen.
(Man machte beispielsweise Experimente bei denen man testete, wie leicht sich jemand von seiner Meinung abbringen läßt und eine andere Meinung übernimmt.)

Um die negativen Konnotationen des Begriffes "zu vermeiden, spricht man inzwischen statt Suggestibilität oft von "hypnotischer Empfänglichkeit" und "hypnotischer Fähigkeit".

Man faßt hypnotische Suggestibilität heute weniger als eine "Schwäche" denn als eine Fähigkeit auf.

LG Miraculus

Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler)
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