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Miraculus
Mitglied
Deutschland
2573 Beiträge |
Erstellt am: 13.01.2010 : 22:08:38 Uhr
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Hallo zusammen,
es ist wahrscheinlich so ein bißchen eine "your grandma could have told you"-Psychologie-Geschichte, aber nachdem ich durch Zufall auf einen entsprechenden Artikel gestoßen bin, will ich doch eine Kleinigkeit dazu schreiben.
Es scheint so zu sein, daß Induktionen, die als angenehmer emofunden, werden, zu signifikant besseren Ergebnissen hinsichtlich hypnotischer Suggestibilität führen als andere, die weniger angenehm sind. Zu diesem Schluß kommt eine spanische Forschergruppe, nachdem sie zwei Formen der Wachhypnose verglichen hat. Weniger angenehm war für die meisten offenbar die Aktiv-Wachhypnose, bei der man sich auf einem Ergometer abstrampelt oder auf einem Laufband rennt, während die relativ neue "Wache-Hand-Hypnose" zu mehr Wohlbefinden und auch zu höherer Suggestibilität führte.
Auch innerhalb der jeweiligen Induktionsart reagierten vor allem diejenigen Probanden gut auf Testsuggetsionen, die die Induktion angenehm fanden. (Das ist Gegenstand dieses Artikels.) Dieser Effekt kam vor allem in der "Wache-Hand"-Hypnose zum Tragen, was so interpretiert wird, daß der Effekt erst dann richtig zum Tragen kommt, wenn eine gewsse Erheblichkeit der angenehmen Gefühle vorliegt.
Zusammen mit anderen Forschungen legen die Ergebnisse nahe, daß der Grad, zu dem eine Induktion als angenehm empfunden wird, ab einem gewissen Level einen bedeutenden Einfluß auf die hypnotische Suggestibilität hat.
Weiterhin wurde ein Zusammenhang festgestellt zwischen dem Erleben der Empfindungen, die während der Induktion suggeriert wurden, und dem Anschneiden bei den Testsuggestionen. Je mehr suggerierte Empfindungen die Probanden hatten, desto besser schnitten sie auf der Suggestibilitätsskala (BSS) ab. Die Autoren der Studie vermuten als Erklärung, daß die Suggestibilität sich umso mehr erhöht, je mehr der suggerierten Empfindungen während der Induktion umgesetzt werden, da dadurch die positive Erwartung erhöht wird. Sie gehen davon aus, daß Induktionen, die viele solche Empfindungen suggerieren, effektiver sind als andere Hypnoseeinleitungen, bei denen nur wenige Empfindungen suggeriert werden.
Sie stellen weiterhin die Hypothese auf, daß diese Effekte auch auf therapeutische Sugegstionen überragbar sind. Das ist natürlich letztlich nicht bewiesen, aber ich halte es auch für einleuchtend, daß jemand auf therapeutische Suggestionen oder andere Interventionen besser reagiert, wenn er sich richtig wohlfühlt. Die Ergebnisse der Sudien wurden natürlich in einem Laborsetting erhoben, was ihre Geltung für andere Bereiche (z.B. Klinik) m.E. aber nicht schlichtweg aufhebt.
Man kann also das Wichtigste so zusammenfassen: Es sieht so aus, daß Hypnotisanden umso suggestibler bei einer Hypnose sind, je angenehmer für sie die Induktion ist, zumindest wenn ein gewisser Grundlevel des Wohlbefindens erreicht wird.
------- Da der Artikel schon online ist verlinke ich ihn, aber ich denke, daß er ohne hintergrundswissen kaum verständlich ist, auch wenn man (wie ich) die statistischen Details wegläßt und sich nur auf den eigentlichen Text konzentriert. Das macht aber nichts, denn es steht sonst auch nicht weiter viel Interessantes drin: http://www. ijpsy.com/volumen5/num1/108/active-alert-hypnotic-induction-methods-EN.pdf --------
LG Miraculus |
Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler) |
Bearbeitet von: Miraculus am: 13.01.2010 23:13:21 Uhr
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nbase
Mitglied
Deutschland
56 Beiträge |
Erstellt am: 12.02.2010 : 00:19:53 Uhr
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Hi Miraculus,
naja, so pauschalisieren würde ich das nicht. ;-) Ich nutze eigentlich gerade Induktionen, die eher unangenehm sind (Fixation und lange warten lassen usw), mit gutem Erfolg. Ich suggeriere z.B. schon vor dem "Einleiten der Induktion" (tolles Wortspiel :-)), dass es ziemlich anstrengend werden würde, die Augen offen zu lassen, aber trotzdem ins Kalte Wasser zu springen, es durchzuziehen. Dadurch habe ich schonmal einen falschen Beweis (wird ja schön anstrengend, besonders, wenn ich das Ganze hinauszögere), der die Suggestibilität steigert. Außerdem verstärkt sich der Willen der VP, in Hypnose zu gehen, damit das endlich aufhört usw. Klingt zwar auf den ersten Blick etwas sadistisch, aber beim genaueren Hingucken sieht man viele Vorteile. Unter anderem auch, dass die VP stolz ist, es durchstanden zu haben und ab dem Zeitpunkt sich schneller und tiefer entspannen kann, da sie sich mental ausgepowert hat.
Unangenehme Induktionen können IMHO mindestens genauso wirkungsvoll sein wie sanfte, wenn man sie nur richtig gebraucht und suggestiv richtig unterstützt.
In dem Sinne, Gute Nacht ;-)
LG Nico |
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Miraculus
Mitglied
Deutschland
2573 Beiträge |
Erstellt am: 12.02.2010 : 17:10:04 Uhr
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Hallo Nico,
viele Wege führen nach Rom udn das angenehme Gefühl scheint nur einer von etlichen faktoren zu sein. (Erwartung wäre ein anderer.9 Andererseits scheint bei Dir ja nur der erste Teil der Induktion angenehm zu sein. Nachdem das sozusagen "überstanden" ist, kann sich der Proband dann umso mehr in ddie angenehme Trance fallen lassen, wenn ich Dein Vorgehen korrekt errate? 
LG Miraculus |
Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler) |
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sanikki187
Mitglied
Deutschland
6 Beiträge |
Erstellt am: 05.03.2010 : 15:31:26 Uhr
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Hallo, ich habe bei meinen Klienten die Erfahrung gemacht das die unangenehmen Einleitungen besser für Veränderungsarbeiten sind, also wenn es um Rauchentwöhnungen, Selbstbewusstseinstrainings und Motivationtrainings geht. Hier lasse ich das Klientel teilweise sogar stehen. Für Tiefenentspannungen gibt es nichts effektiveres als Liegen. Von dem her differenziere ich das. Natürlich auch in hinsicht auf die Individualität des Klienten.
LG Sascha |
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garry moon
Mitglied
Deutschland
228 Beiträge |
Erstellt am: 05.03.2010 : 19:10:02 Uhr
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| Interessante Erfahrung... darf ich fragen wie du die Veränderungsarbeit machst? |
 LG Garry Moon Zertifizierter Hypno-Master |
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